Ihr Zahnarzt in Sülz | Kinderzahnheilkunde – Der erste Zahnarztbesuch

Veröffentlicht von Joe

In der Kinderzahnheilkunde ist ein gutes Verhältnis zum Zahnarzt sehr wichtig. Deshalb legen wir großen Wert auf eine angstfreie Behandlung.

Mit den ersten Milchzähnen kommt ein Kind vollständig im Leben an. Ab diesem Zeitpunkt spielt auch die Kinderzahnheilkunde eine wichtige Rolle. Das Kind verfügt nun über alle Werkzeuge, die es für eine gute Entwicklung braucht und mit denen es die Welt sensorisch erfahren kann. Mit den eigenen Zähnen kaut es sich deutlich selbstständiger und das Essen wird um einiges interessanter und aufregender.

Selbstverständlich gibt es viele Grundregeln, um Ihrem Kind die gesunde Entwicklung von Milchzähnen und bleibenden Zähnen zu ermöglichen, doch in diesem Artikel soll es darum gehen, wie ein gesundes und angstfreies Verhältnis zum Zahnarzt aufgebaut werden kann. Wir legen in unserer Praxis großen Wert auf eine angstfreie Behandlung, vor allem im Bereich der Kinderzahnheilkunde. Denn der Zahnarzt ist immerhin der einzige Arzt, den man aufsucht, ohne im klassischen Sinne krank zu sein – ein Umstand, den Kinder sehr schnell begreifen und nicht selten argwöhnisch betrachten. Denn hin und wieder kann es vorkommen, dass der Arzt zum Bohrer greift, obwohl vorher gar keine Schmerzen da waren. Die prophylaktische Wirkung solcher Mini-Eingriffe ist vielen jungen Patienten herzlich egal und kann, schlecht kommuniziert, das Vertrauen nachhaltig zerstören und erhebliche Folgen auf die Psyche und Zahngesundheit haben.

 

Woher kommt die Angst vor dem Zahnarzt?

Die Angst vor dem Zahnarzt ist multifaktoriell, kann also verschiedenste Auslöser haben. Mit geöffnetem Mund dazuliegen ist für Kinder wie Erwachsene eine unangenehme Erfahrung und vermittelt verständlicher Weise eine Art Kontrollverlust, da man noch nicht mal sehen kann, was der Arzt überhaupt im Mund fabriziert. Da der Mund nicht nur Kau-, sondern auch Sinnesorgan ist, merken Kinder früh, dass dieser Bereich sehr sensibel auf Schmerzen reagiert. Man gewährt dem Arzt in dieser Situation einen ordentlichen Vertrauensvorschuss, was für die Kinderpsyche eine enorme Belastung sein kann.

Am häufigsten sorgen negative oder schmerzhafte Erfahrungen für eine chronifizierte Angst vor dem Zahnarzt. Allerdings können auch Eltern, Verwandte und Freunde die Sorgen eines Kindes schüren und verstärken, wenn sie von schlimmen Ereignissen berichten oder dem Kind mit dem Zahnarzt drohen („Wenn du nicht putzt, musst du zum Zahnarzt!“). Die Kinder wissen dann meistens nicht, dass der Arzt nicht der Auslöser oder Grund des Problems ist, sondern die mangelnde Zahnpflege des betroffenen Patienten oder vielleicht sogar ein Unfall, der einen entsprechenden Eingriff notwendig machte. Nicht selten haben ängstliche Kinder auch ängstliche Eltern, die ihre Vorbehalte z.T. unbeabsichtigt weitergeben.

 

Welche Angstformen gibt es?

Die wenigsten Menschen kommen vollkommen unbefangen zum Zahnarzt. Wem die Schmerzen vor oder während der Behandlung keine Sorgen bereiten, fürchtet sich in der Regel eher vor der obligatorischen Zahnarztrechnung (Scherz am Rande – Versicherungen lohnen sich). Normale Stressreaktionen sind meistens unbedenklich und können von den Patienten gut unter Kontrolle gehalten werden: Bauchschmerzen, Herzklopfen, Schwitzen, Übelkeit etc.

Problematischer ist da die Zahnarzt-, bzw. Oralphobie, bei der schon einzelne Gegenstände, Gedanken oder Situationen zu einer heftigen körperlichen und psychischen Reaktion führen. Hier intensivieren sich die Beschwerden um ein Vielfaches. Aus Herzklopfen wird Herzrasen, aus Übelkeit Erbrechen und aus Stress wird Panik. Dabei werden die furchtbarsten Horror-Szenarien ausgemalt und im schlimmsten Fall wird der Zahnarzt trotz massiver Probleme nicht aufgesucht. Dies kann zu einem gefährlichen Teufelskreis führen, wenn auch noch Schuldgefühle und Scham hinzukommen. Die Zähne werden dabei immer schlechter und die Arbeiten, die der Zahnarzt durchführen muss, ironischerweise immer umfangreicher.

 

Wie kann man Kinder von der Angst-Spirale fern halten?

Angst hat es vor allem da schwer, wo positive Erfahrungen gemacht werden. Viele Zahnärzte raten den Eltern, ihre Kinder früh zu Zahnarztterminen mitzunehmen, damit sie sich in einer für sie nicht bedrohlichen Situation damit auseinandersetzen können. Es ist daher denkbar ungünstig, das erste Mal zu erscheinen, wenn das Kind selbst zu einer richtigen Schmerzbehandlung kommen muss, weil es Zahnschmerzen oder gar schon Löcher hat.

Wichtig bei der Kinderzahnheilkunde ist ebenfalls ausreichend Zeit. Wir planen für kleine Patienten immer ein bisschen mehr Zeit ein, da sich Zeitdruck nicht nur auf die Kleinen überträgt, sondern schnell Desinteresse suggeriert, was das Vertrauen schmälert. Eltern kommen am besten früher zum vereinbarten Termin, damit die Kinder die Praxis kennen lernen können.

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für ein Kind, daher ist es selbstverständlich, dass Sie ihr Kind begleiten sollten, wenn es zum Zahnarzt muss. So kann in kritischen Situationen das Händchen gehalten oder gut zugeredet werden. Sie können Fragen gerne selbst im Vorfeld klären, aber vermeiden Sie es, über Details zu sprechen.

Im allerersten Termin wird nämlich beinahe immer nur begutachtet. In den wenigsten Fällen muss bei den ersten Milchzähnchen sofort behandelt werden und wenn, dann hat es häufig mit kritischen Zahn- oder Kieferfehlstellungen zu tun, die im Vorfeld schon aufgefallen wären. Es besteht daher gar kein Grund, ängstlich auf den ersten Termin zu blicken.

Eltern sollten weiter vermeiden, dem Kind die Erfahrung vorweg zu nehmen (z.B. „Das wird gar nicht weh tun!“). Dies könnte spätestens in der konkreten Situation als Lüge oder gar Verrat entlarvt werden, auch wenn die Schmerzen objektiv gesehen vielleicht gering erscheinen. Wenn das Kind von vorn herein offen für die Erfahrung ist, wird es zu weniger Dissonanzen am Ende kommen und es müssen sich weder Eltern noch Zahnarzt rechtfertigen oder entschuldigen.

Sollten Sie als Eltern selbst Angst vor dem Zahnarzt haben, unterstützen Sie Ihr Kind am besten, indem Sie sich eher in Zurückhaltung üben. Wir Zahnärzte haben täglich mit Kindern zu tun und kennen ein paar Tricks, wie wir die Aufmerksamkeit in kritischen Situationen ablenken können. Natürlich sprechen wir auch gerne selbst mit unseren kleinen Patienten, um ihre Gefühle in die Behandlung mit einzubauen. Eine Einmischung nervöser Eltern, die über die bloße Anwesenheit hinausgeht, verunsichert das Kind meistens und erschwert die Behandlung in der Kinderzahnheilkunde für alle Beteiligten. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Kind nicht die gleichen negativen Erfahrungen machen soll/muss, wie sie vielleicht seiner Mutter oder seinem Vater widerfahren  sind. Darüber hinaus sind wir auch technisch weiter vorangeschritten, was viele Behandlungen deutlich schonender gemacht hat.

Wir Zahnärzte sind immer bemüht, die Ängste unserer Patienten ernst zu nehmen und abzubauen. Am besten lässt man es jedoch gar nicht erst soweit kommen. Hier sind die Eltern in der Verantwortung, ihre Kinder positiv an das Thema Kinderzahnheilkunde heranzuführen – vielleicht können Sie ja auch noch etwas lernen. Wir helfen gerne dabei, dass alle Beteiligten offen und verständnisvoll miteinander umgehen und freuen uns auf Ihre Fragen.

 

Ihr Joe Schankin

Zahnarztpraxis J. Schankin © 2017