Ihr Zahnarzt in Sülz | Der Zahnnerv

Veröffentlicht von Joe

Starke Schmerzen und ein hinzukommendes Druckgefühl im Zahn können auf eine Entzündung der sogenannten Zahnpulpa (im Volksmund als Zahnnerv bezeichnet) hinweisen. Die Zahnpulpa befindet sich direkt an der Lebensader im Inneren eines jeden Zahns und besteht vor allem aus Bindegewebe mit sensiblen Nervenfasern und Gefäßen. Umhüllt wird sie von festem Zahnschmelz und dem tieferliegenden Dentin. Sie ist das Weichgewebe des Zahns, welche die Pulpahöhle inklusive der Wurzelkanäle ausfüllt.

Durch sie sind wir in der Lage Schmerzen, Hitze, Kälte oder sogar verschiedene Geschmäcker zu erfühlen. Da die Zahnpulpa ihren Stimulus aber im Vergleich zur Zunge nicht differenziert, reagiert sie bei einer Reizung mit unangenehmen Schmerzen. Kommt dies häufiger vor, sollte man dieses Warnsignal ernst nehmen – es könnten bereits folgenreiche Schäden vorliegen.

Der Zahnnerv – Funktion 

Wie die meisten Nervengewebe ist auch der Zahnnerv dafür verantwortlich, Signale über den Zustand des Gewebes an das Gehirn zu übermitteln und erfüllt demnach eine leider nicht immer ganz zeitnahe Schutzfunktion. Im Alltag warnt sie uns vor zu harten Speisen, die beim Kauen Schmerzen verursachen und potenzielle Verletzungen an den Zähnen herbeiführen können (z.B. Pfefferkörner, kleine Steinchen etc.). Das Gewebe der Zahnpulpa stellt auch aktiv neues Dentin her, mit dem der Zahn seine Haltbarkeit aufrechterhält und diese auch fortwährend nachbessert.

Anhaltende Schmerzen sind dabei ein relativ eindeutiger Indikator für Komplikationen, die von einem Arzt untersucht werden sollten.

Mögliche Probleme und Ursachen

Bei einem gesunden Zahn ist die Zahnpulpa sicher im Zahninneren eingebettet und keinen bedeutenden Reizen ausgeliefert. Dieser Zustand kann sich allerdings durch einige Faktoren ändern, zu welchen hauptsächlich die folgenden Auslöser gehören:

  1. Bis tief ins Zahninnere hineinreichende Karies
  2. Freiliegende Zahnhälse
  3. Knirschen, falscher Aufbiss oder Fehlstellungen
  4.  Traumata durch Unfälle / seelische Probleme / Kronen
  5.  Entzündungen / Infektionen
  6. Hitze / Kälte / Säure

Eine schmerzender Zahnnerv kann gereizt, muss aber nicht entzündet sein. Je näher der auslösende Stimulus an den Nerv gelangt, desto heftiger fällt die Schmerzreaktion aus.

Beschädigungen (und Entzündungen) an der Zahnsubstanz sind oftmals Folge falscher oder mangelhafter Zahnhygiene. Gerade Karies gedeiht dort, wo man selten putzt, wobei vor allem die Zahnzwischenräume bekannte Brutstätten für schädliche Bakterien sind.

Freiliegende Zahnhälse ergeben sich dagegen durch ein fortgeschrittenes Lebensalter und eine damit nicht selten einhergehende Parodontitis oder großen Zahnfleischtaschen. Vor allem heiße und kalte Speisen können hier durch die sich ergebende Nähe zur Zahnpulpa kurzfristige und heftige Schmerzen auslösen. Bei einer entsprechenden Veranlagung sollte man schon früh konservative Behandlungsmöglichkeiten ausloten.

Kieferprobleme können vom Zahnarzt und Kieferorthopäden erkannt werden. Zähneknirschen ist dagegen ein bekanntes Stresssymptom, welches zusätzlich psychologische Betreuung und eine Aufbissschiene notwendig machen kann.

Behandlung von (kariesbedingten) Entzündungen

Ist das Kind in den Brunnen gefallen, hilft als Vorstufe zum endgültigen Ziehen nur noch die berüchtigte Zahnwurzelbehandlung, bei welcher man den Zahn dauerhaft stumm schaltet. Dies ist das Mittel der Wahl, wenn der Zahn ansonsten noch lebensfähig ist und man ihn eigentlich nicht entfernen muss.

Hierbei wird der Zahn quasi ausgehöhlt, sodass der Zahnarzt bis in das entzündete Zahnmark vordringen kann. Mit speziellen Feilen wird, natürlich unter Betäubung, das Zahnmark ebenfalls abgetragen. Den hohlen Zahn behandelt man anschließend mit entzündungshemmenden Medikamenten, die für ein zeitnahes Abheilen sorgen. Konnte man die Entzündung erfolgreich beseitigen, füllt man den Zahn mit speziellen Materialien auf und baut ihn von innen her neu auf. Bei Bedarf wird der Zahn noch überkront. So die Kurzfassung des Vorgangs.

Die Pulpa ist in diesem Fall “gezogen” worden und kann also keine Signale mehr ans Gehirn senden. Bei einer erfolgreichen Behandlung ist der Zahn ab diesem Zeitpunkt dauerhaft schmerzfrei. Da allerdings das eingebaute Warnsystem nicht mehr funktioniert, sollten die Zähne umso konsequenter regelmäßig vom Zahnarzt untersucht werden.

 

Sollten Sie noch umfassendere Fragen zum Thema Zahnpulpa haben, fragen Sie uns einfach. Wir erklären Ihnen gerne alle Zusammenhänge in unserer Sprechstunde!

 

Ihr Joe Schankin

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