Ihr Zahnarzt in Sülz | Durch Zahngesundheit chronische Krankheiten verhindern

Veröffentlicht von Joe

Unserer Zahngesundheit zuliebe, konsultieren wir bei Schmerzen sofort den Zahnarzt. Es gibt aber auch Beschwerden, die wir nie den Zähnen zuordnen würden.

Dabei kann es mitunter richtig ernst werden, wenn sich Entzündungen im Körper chronifizieren. Selbst Rückenschmerzen, Tinnitus und Bluthochdruck können auf das Konto von Zahnfleischproblemen oder Kieferfehlstellungen gehen.

Über die unmittelbaren Auswirkungen einer schlechten Zahn- und Mundhygiene wurde auch in diesem Blog schon viel geschrieben, daher soll es diesmal um die „sekundären“ Symptome gehen, die zum Teil sogar deutlich schwerwiegendere Auswirkungen mit sich bringen können, als ein kleines Loch im Zahn.

Welche Krankheitsbilder sind typisch bei einer schlechten Zahngesundheit?

Vor allem zwei Bereiche verursachen kritische Probleme:

  1. Fehlstellungen des Kauapparates, bzw. des Kiefers und der Zähne
  2. Chronische Entzündungen, die sich im gesamten Körper ausbreiten

Bei einer Fehlstellung der Zähne und/oder des Kiefers kann es zu signifikanten Funktionsstörungen mit großem Leidenspotenzial kommen. Im schlimmsten Fall können die Betroffenen weder richtig kauen, noch sprechen oder ordentlich zubeißen. Aber auch leichte Fehljustierungen reichen aus, um im Alltag zu chronischen Verspannungen, Rücken- und Kopfschmerzen zu führen. Verdichtet sich der Stress, verschlimmert z.B. nächtliches Zähneknirschen das Krankheitsbild fortlaufend. Manchmal reicht es aus, dass eine Füllung einen Mikromillimeter zu hoch ausfällt, sodass der gewohnte Aufbiss nicht mehr gegeben ist. Der Kiefer beginnt dann, sich anders zu positionieren und da er an vielen Muskeln befestigt ist, müssen diese ebenfalls umdisponieren, was zu Krämpfen, Ermüdungserscheinungen und Schmerzen führen kann, die sich bis in den Nacken, den Rücken oder gar in die Beine ausbreiten.

Chronische Entzündungen, die vor allem durch eine persistierende Parodontitis hervorgerufen werden können, sind für viele weitere chronische Krankheiten verantwortlich oder erleichtern zumindest deren Entstehung erheblich. Auch einzelne Entzündungsherde wie Karieslöcher oder nicht vollends desinfizierte Zahnwurzeln lassen Bakterien, Toxine und andere krankmachende Stoffe in den Blutkreislauf sowie in die Lymph- und Nervenbahnen eindringen, wodurch sie sich im ganzen Körper verteilen können. Es kann zudem vorkommen, dass bestimmte Materialien im Mundraum für chronische Entzündungen oder allergische Reaktionen sorgen. Alte Kronen aus Palladium sind hierfür bekannt und sollten ersetzt werden.

Bekämpft der Körper ständig nachrückende Entzündungen, fordert dies auf kurz oder lang einen hohen Tribut, denn das Herz-Kreislauf-System nimmt durch die Dauerabwehr spürbaren Schaden. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt, wenn Arterien ihre Elastizität verlieren und der Blutdruck hoch geht. Auch Organe wie die Lunge werden anfälliger für Infektionen.

Man schätzt, dass Menschen, die eine unbehandelte Parodontitis mit sich herumschleppen, ein doppelt so hohes Risiko für einen Herzanfall mitbringen und schwangere Frauen ein 7,5-mal höheres Risiko in sich tragen, eine Frühgeburt zu erleiden. Beides klare, lebensbedrohliche Situationen, die mit ausreichend Pflege und Vorsorge verhindert werden könnten. Diabetiker gehören ebenfalls zur Risikogruppe, da durch ihre Grunderkrankung die Wundheilung deutlich schlechter funktioniert und Bakterien dadurch mehr Zeit bekommen, Unheil anzurichten und sich zu vermehren.

Wie kann vorgebeugt werden?

Sofern der Patient nicht von vorn herein zu einer Risikogruppe gehört, wird zunächst an die gewissenhafte Zahnreinigung appelliert. Das heißt mindestens zwei Mal am Tag Zähneputzen, Zahnseide verwenden und bei Bedarf mit einer passenden Mundspülung nachhelfen. Für Patienten mit Neigung zum Zahnstein bieten sich professionelle Zahnreinigungen in der Praxis an, bei denen Schmutz und Beläge vollständig entfernt werden.

Gibt es einen Verdacht auf eine Kieferfehlstellung, wird die Diagnose – wenn nötig – in Absprache mit dem Kieferorthopäden konkretisiert. Neben Zahnspangen oder Zahnersatz gibt es auch physiotherapeutische Methoden, um Verspannungen und Funktionsstörungen zu lösen. Eine Operation kommt nur in wirklichen Härtefällen in Frage, wenn sanftere Maßnahmen keinen Erfolg mehr versprechen.

Patienten, die bereits in einer Parodontitis-Behandlung sind, sollten diese weiterhin gewissenhaft fortführen, damit sich die Krankheit nicht verselbstständigt. Es ist wichtig für die Zahngesundheit, mit professionellen Zahnreinigungen die Zahnfleischtaschen sauber zu halten und besonders gründlich zu putzen. Ungesunde Angewohnheiten wie Rauchen oder der übermäßige Genuss von Alkohol sollten sinnvollerweise aufgegeben werden, damit das Zahnfleisch nicht noch zusätzlich angegriffen wird.

Insgesamt ist jedoch jeder Patient einzigartig, daher machen wir uns gerne selbst ein Bild von Ihnen, um Ihr persönliches Risiko einzuschätzen.

Ihr Joe Schankin

Zahnarztpraxis J. Schankin © 2018